
Sobald
man beginnt, über die
eigene Arbeit nachzudenken, sie in passende Worte zu fassen, die
dem Geist der Bilder möglichst gerecht werden, so stellen
sich schnell zwei Fragen: Kann
man seine Bilder überhaupt
erklären? Und muss man sie denn überhaupt erklären?
Spontan ist man als Bildgestalter
natürlich geneigt, beide Fragen sofort zu verneinen und
die Fotografien für sich selbst sprechen zu lassen. Was
sie zweifellos auch tun, mehr noch, sie erzählen bereits
durch das Stilmittel der Bilderserie eine völlig eigenständige
Geschichte, die sich über das Medium des Statischen hinauszuheben
scheinen. Wenn man so will, ergibt sich beim Betrachter dadurch
auch eine Geschichte im Kopf, die somit über das Sichtbare
hinausgeht.
Die Verselbstständigung der Bilder. Was für ein Erlebnis,
sie in Bewegung zu sehen! Bedenkt man, dass alles mit der Suche
nach einem, dem Augenblick beginnt, so ist man bereits einen
sehr weiten Weg gegangen; vom Lauern auf diesen Augenblick, ein
Augenzwingern, eine Bewegung, der Bruchteil einer Sekunde; vom
Verdichten dieses Augenblickes, der "zweiten Ebene",
die man nachträglich
ergänzt
und so jedem Bild seine Eigenständigkeit verleiht; bis hin
zu jenem Moment, an dem man los- und die Bilder in die
Freiheit entlassen muss. Damit sie in der Lage sind, sich zu
entfalten ...
Letztlich also doch: der Versuch einer Beschreibung. Zwangsläufig
ein ungenügender, aber dennoch lohnender Versuch, einmal
abseits des einzelnen Bildes über das Bild an sich nachzudenken.
Vielleicht
kann man es ohnehin wesentlich kürzer, einfacher
und wohl auch schöner erklären, worum es bei pictureBOB
geht: denken Sie an einen kostbaren Augenblick, ein persönlicher
Moment, der sich Ihnen eingebrannt hat. Konzentrieren Sie sich
auf diesen Augenblick, versuchen Sie sich an alles zu erinnern,
was Ihnen damals wichtig schien.
Interessanterweise wird man
wohl feststellen, dass immer ein einziges Element aus dieser
Szene ganz besonders im Gedächtnis haften blieb; ein Geruch
zum Beispiel, eine Berührung, ein visuelles Detail, ein
Lächeln vielleicht, die Farbe der Haut im Dämmerlicht,
das unerbittliche Grau des Betons am Nachhauseweg ... und aus
eben dieser Verdichtung heraus werden Ihre Bilder zu leben beginnen
und eine Geschichte erzählen.
Lassen Sie uns also staunenden
Auges gemeinsam betrachten, was vom Tage übrig bleibt!
Boris Berghammer
pictureBOB
bob@pictureBOB.com
|